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Allgemeinbildendes Gymnasium mit sprachlichem,
naturwissenschaftlichem und künstlerischem Profil

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Das Droste im Rückblick 2008/09
 
Geschichtswettbewerb – "Schulen im Archiv“

2007 entstand im Netzwerk Geschichte, einem Zusammenschluss jüngerer Geschichtslehrer und Lehrerinnen im Raum Freiburg, die Idee einen Wettbewerb ins Leben zu rufen, der „Schulen ins Archiv“ bringen will. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Freiburger Archiven (Staatsarchiv, Stadtarchiv Universitätsarchiv, Archiv für soziale Bewegungen) und unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung wird geschichtsinteressierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten, sich einmal selbst aktiv als „echte“ Historiker im Mikrokosmos der regionalen Geschichte zu betätigen. Abseits vom üblichen, didaktisch aufbereiteten Unterricht sollen die Teilnehmer ausgehend von im Archiv selbst entdeckten Originalquellen eigenständig Fragen an historische Zusammenhänge formulieren und zu beantworten versuchen. Ziel ist es, die regionale Identität zu fördern, in wissenschaftliches Arbeiten einzuführen und Problembewusstsein sowie Reflexionsvermögen zu schulen. Auch kann der multiperspektivische Blick auf einen historischen Sachverhalt den Schülerinnen und Schülern verdeutlichen, dass historische Forschung immer nur Versuch einer Rekonstruktion von Vergangenheit ist, was die Relativität, Mehrdeutigkeit und Offenheit unseres Bildes der Geschichte vor Augen führt.


Anlässlich des 2007 bevorstehenden 40. Jahrestages der 68 – Bewegung und der damit einhergehenden medialen und wissenschaftlichen Aufarbeitung lag es nahe, für die 1. Runde des Wettbewerbs den Themenschwerpunkt „1968 in Freiburg“ zu wählen. Zudem fasziniert die vor 40 Jahren in Deutschland wie vielen anderen Ländern der westlichen Welt begonnene „gesellschaftspolitische Revolution“ noch heute viele Schülerinnen und Schüler. Erstmals in der Bundesrepublik begehrte die Jugend kreativ, wortgewaltig, mitunter gewalttätig auf gegen alle überkommenen Werte und Vorstellungen der Eltern, jener damals vorwurfsvoll als „Tätergeneration“ Bezeichneten, die den Nationalsozialismus aktiv erlebt und danach totgeschwiegen hatten.


Als Mitglied des Netzwerks freute es mich verständlicherweise sehr, dass das DHG mit sechs Teilnehmern in drei Gruppen das zahlenmäßig größte Kontingent derer stellte, die sich von Rückschlägen nicht entmutigen ließen, die Belastung zusätzlich zu den „alltäglichen“ Anforderungen der Kursstufe bis zum Ende auf sich nahmen und schließlich einen fertiggestellten Wettbewerbsbeitrag ablieferten. Neben ihrem prinzipiellen Interesse für die regionale Zeitgeschichte waren die Schülerinnen und Schüler sicherlich auch dadurch motiviert, dass das Regierungspräsidium dem Wettbewerb den Status einer „besonderen Lernleistung“ zugebilligt hatte. Diese Einstufung ermöglichte es den Teilnehmern, durch den Wettbewerbsbeitrag und ein zusätzliches Kolloquium die Präsentationsprüfung im Abitur zu ersetzen, was allen Beteiligten schließlich mit Erfolg gelang.


Bei der zunächst schwierigen Themenauswahl und Eingrenzung auf einen Schwerpunkt stießen die drei Gruppen je nach Interesse auf spannende Fragestellungen. Den Themen ist trotz aller Vielfalt entsprechend der Wettbewerbsintention gemeinsam, die Geschehnisse in Freiburg fokusartig zu betrachten, um sie dann in den Kontext der Prozesse dieses national, ja global auftretenden Phänomens der „68ger“ zu setzen.
So beschäftigten sich Nils Schuett und Jörn Bügler mit den ersten Wasserwerfereinsätzen des Landes Baden-Württemberg am 7.2.1968 in Freiburg im Zusammenhang mit den damaligen, Studenten- und Schülerdemonstrationen gegen Fahrpreiserhöhungen.
Janina Waschkowski und Paula Schmelzer analysierten dagegen die sexuelle Aufklärung in den 60ger Jahren auch anhand der Einführung des Sexualkundeunterrichts am DHG, das damals als Pilotschule Impulse und Ideen für ganz Baden-Württemberg lieferte.
Philomena Gottschaldt und Tobias Müller zuletzt betrachteten, welchen Anteil neben den Studenten gerade auch Schülerinnen und Schüler an den Protesten in Freiburg 1968 gegen die Notstandsgesetze hatten und wie staatliche Instanzen, z.B. das Oberschulamt, darauf reagierten.


Wegen ihrer sehr durchdachten und kritischen Reflexion des Arbeitsprozesses sowie wegen der kreativen Umsetzung ihrer Erkenntnisse in einem Planspiel wurde Philomena und Tobias schließlich von der Jury einen 2. Preis im Wettbewerb zugesprochen.

Die Preisverleihung, bei der alle Wettbewerbsbeiträge nochmals gesondert gewürdigt wurden, erfolgte am 17.11.2008 im Historischen Ratssaal durch Oberbürgermeister Dr. Salomon. Nach der gelungenen Premiere soll der regionale Geschichtswettbewerb alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Stefan Schultz
       

Bilder von der Preisverleihung im Historischen Ratssaal im November 2008 durch Oberbürgermeister Dr. Salomon

     

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