Bilder von den Proben
Bilder von der
Aufführung
Bericht aus der BZ |
Am
10. November 2000 hat die Komödie mit Musik „Happy End" von
Bertold Brecht am Droste Premiere.
Nach
dem recht kopflastigen „Faust" hatte die Gruppe um Gaby Roscher-Thomée
große Lust auf Ausgelassenheit und Spielwitz.
Die selten gespielte Komödie, die als Nachfolger der Dreigroschenoper
bei der Kritik eher durchfiel, spielt im Chicago der gefährlichen
und berüchtigten Verbrecher-Gangs. In Bill Crackers Ballhaus
wird von einer der gefürchtetsten Banden, die von der Dame
in Grau geleitet wird, ein genialer Raub geplant. Lilian Holiday
von der Heilsarmee vereitelt jedoch das Vorhaben: im ewigen
Kampf des Guten mit dem Bösen siegt natürlich das Gute.
Andreas
Mock, der die musikalische Leitung der Komödie übernommen
hat, wird einige der schönsten Song-Kompositionen Kurt Weills
mit seiner Band und den Spieler/innen arrangieren.
Weitere
Aufrührungen werden am 11, 12, 16, 17. und
18. November 2000 stattfinden. Karten können wie immer über
das Sekretariat bestellt werden.
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Bericht
in der BZ
vom16.11.2000:
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Die
Heilsarmee als Hauptdarsteller
Erfrischendes
Vergnügen:
Die Brecht-Weill-Musikkomödie "Happy End" am
Freiburger Droste
I m
Schatten der erfolgsgekrönten „Dreigroschenoper" wurde 1929
in Berlin unter dem Pseudonym „Dorothy Lane" eine Musikkomödie
uraufgeführt, die zum Leidwesen ihrer Erschaffer Bert Brecht,
Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill einem derben Verriss der
deutschen Kritik zum Opfer fiel. Als „unkritisches kabarettistisches
Vergnügen" desavouiert, war dem Stück mit dem verheißungsvollen
Titel „Happy End" ein rasches Ende beschert. Kann das heute
Anreiz für ein Schultheater sein?
J
a. Zumindest für das Ensemble des Freiburger Droste-Hülshoff-Gymnasiums
und seine Regisseurin Gaby Roscher-Thomée, die das
„Happy End" jetzt auf die Bühne brachten. Die Handlung: In
den „RoaringTwen- ties" plant Chicagos gefährlichste Verbrecher-Gang
einen genialen Coup. In Bill Crackers Ballhaus soll der perfekte
Bankraub ausgebrütet werden - aber da ist die schöne Lilian,
Lilian Holiday von der Heilsarmee, die mit ihrem Missionierdrang
das Vorhaben vereitelt. Erz- Ganove und Banditenführer Cracker
(verkörpert von Björn Flamm), eben einer jener stählernen
Typen, die sich durch scheinbar nichts beeindrucken lassen,
findet Gefallen an der blonden Schönheit (Ellen-Jane Austin).
Und lässt sich von der Heilsarmee die harte Schale knacken
und die schwarze Seele retten.
D
eren Mahnen und Heilsverkünden wird eindrucksvoll untermauert-
und in die Köpfe der Gangster eingehämmert - von typisch Brecht'scher
„Musik", eine wohleinstudierte Verwirbelung von Songs mit
Bänkelgesängen und Jazzelementen (musikalische Leitung: Andreas
Mock). Regisseurin Gaby Roscher- Thomée beweist mit
dieser Produktion wieder einmal ihre Sensibilität für die
Auswahl der Stücke sowie die Besetzung der Rollen. Bewundernswert
der Elan der Gruppe, ihr Engagement als Team, das sehr gut
gemeinsam an einem Strang ziehen kann. Das „unkritische kabarettistische
Vergnügen", das der Komödie einst vorgeworfen wurde, bedeutet
im „Droste" einen erfrischenden Spaß ohne Hänger und Längen,
mit einer flotten Heilsar- mee als Hauptdarsteller. Allem
(früheren) Tadel also zum Trotz: „Happy End" wurde gewagt
- und hat gewonnen.
Stephan
Anspichler
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