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Allgemeinbildendes Gymnasium mit sprachlichem,
naturwissenschaftlichem und künstlerischem Profil

        

Das Droste im Rückblick: 2002/03

Die Theater - AG des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Freiburg
bearbeitete im Schuljahr 2002/03 unter Leitung von Frau Birner und Herrn Pisters
"The Crucible" von Arthur Miller, deutscher Titel

"Die Hexenjagd".

Das Drama berichtet vom Ausbruch des Hexenwahns in der kleinen puritanischen Gemeinde Salem in Massachusetts im Jahre 1692.
Er wird ausgelöst dadurch, dass junge Mädchen sich nachts heimlich im Wald treffen, um zu tanzen, und dabei ertappt werden. Das Geschehen wird durch Fanatismus, Borniertheit und Habgier aufgebauscht und als Teufelswerk verschrien.
Vor der geistlichen Untersuchungskommission werden harmlose Bürgerinnen angeprangert und gehängt. Zu spät kommt die Erkenntnis des geistlichen Gelehrten Hale: "Sie verstehen Gottes Gesetz falsch, wenn sie Leben opfern."

Das Drama entstand unter dem Eindruck der Kommunistenjagd in den fünfziger Jahren in den USA - McCarthy-Ära - , unter der auch Arthur Miller zu leiden hatte. Es berichtet vom Ausbruch des Hexenwahns in Salem in Massachusetts im Jahre 1692, der ausgelöst wurde durch Angst und Borniertheit in der kleinen puritanischen Gemeinde und der dazu führte, dass zahlreiche rechtschaffene Bürger einem unerbittlichen und tödlichen Gerichtsverfahren ausgesetzt wurden.

Das Stück ist eine Parabel dafür, dass Gesellschaften auf dünnem Eis gebaut sind, dass sie ihre eigenen Werte zerstören, wenn sie zulassen, dass fanatisierte Eiferer über Vernunft und Menschlichkeit triumphieren.

Aufführungstermine:

Donnerstag, 3. April, 2003, 20.00
Freitag, 4. April 2003, 20.00
Dienstag, 8. April 2003, 20.00
Mittwoch, 9. April 2003, 20.00

Karten zu 5.- Euro bzw 2.50 Euro (Schüler) können über das Sekretariat der Schule
(TEl. 0761/201-7647) und über den Vorverkauf (1. bis 9. April 2003) in den großen Pausen (10.15 Uhr bis 10.30 Uhr) bezogen werden.

 


    

           

 Weitere Informationen zum Stück:

Kurt Pisters

The Crucible (Die Hexenjagd) ,
der HUAC und das "Reich des Bösen"

"Ich wünsche mir...ein kämpferisches Stück zu schreiben. Es sollte...jenen...schleichenden Prozess ans Licht bringen, durch den sich erweist, dass die Sünde des gesellschaftlichen Terrors darin besteht, den Menschen seines Gewissens zu berauben und damit seiner Persönlichkeit." - Arthur Miller spricht hier als Aufklärer, der die Zerstörung und die Entwürdigung des Menschen in einem Prozess schleichender gesellschaftlicher Gewalt aufdecken will.

Man muss sich dazu die Situation zur Zeit der Uraufführung des Stückes am 22. Januar 1953, also vor 50 Jahren, vor Augen führen: Der Hitlerterrorismus gegen Juden, Außenseiter und Andersdenkende lag kaum 10 Jahre zurück, das Ausmaß des stalinistischen Terrors ahnte man erst. Es war die Zeit des Kalten Krieges, in Korea und Deutschland standen sich die Systeme feindlich gegenüber, die Welt war in zwei Lager gespalten und in den USA war ein Klima der Denunziation und der Verdächtigungen entstanden, unter denen auch Arthur Miller zu leiden hatte. Der Senator John McCarthy bediente sich des HUAC (House of Un-American Activities Committee), des Ausschusses für unamerikanische Umtriebe, um Jagd auf Kommunisten, Liberale und andere Verdächtige zu machen. Es wurden schwarze Listen angelegt, inquisitorische Verhöre durchgeführt, vor allem Intellektuelle verfolgt, festgenommen, in ihrer Existenz bedroht.

Verhörfragen des HUAC wie: "Lesen Sie viele Bücher" werden von Miller fast wörtlich in Textteile seiner Hexenjagd umgesetzt, wenn er Giles Corey sagen lässt: " Ich habe nur gesagt, meine Frau liest Bücher, und dann kommen sie und holen sie aus meinem Haus...Ich habe nicht gesagt, dass sie eine Hexe ist." Miller verbindet die Schrecken der anachronistisch wirkenden Hexenjagd in Salem aus dem Jahre 1693 mit den Schrecken der McCarthy-Ära, er will den Zeitgenossen einen Spiegel zeigen, einen Zerrspiegel, in dem schmerzhaft das andere Gesicht amerikanischer Tradition erscheint: die Verbindung von Puritanismus und missionarischem Eiferertum, von Fanatismus und Intoleranz.

Hier sind nicht die Verfassungsväter am Werk, die aus den Leiden der Verfolgungen und Glaubenskriege die Lehre in ihrer Formulierung der Menschenrechte gezogen haben und die damit zugleich Erben der europäischen und amerikanischen Aufklärung sind. Hier herrscht die Unfähigkeit, Menschen anders wahrzunehmen als durch das selbst gebastelte Theorem von Gut und Böse. Es gibt nur Himmel und Hölle. Gegen den Protagonisten dieser engstirnigen und egoistischen Welt, den Pastor Parris, wendet sich Proctor im Stück: " Können Sie nicht mal eine Minute reden, ohne dass wir wieder in der Hölle landen? Die Hölle steht mir bis hier!" McCarthy folgte konsequent demselben Schema, diesem Ungeist seiner Zeit, und selbst der spätere amerikanische Präsidenten Ronald Reagan beschwor "Das Reich des Bösen". - Seit wenigen Jahren ist an diese Stelle das Bild von der "Achse des Bösen" getreten. Die Gegner scheinen austauschbar,. Zerfällt die Welt erneut dichotomisch in zwei Lager? So wie Danforth apodiktisch verkündet: "Dies ist eine strenge Zeit, eine genaue Zeit. Wir leben nicht mehr in der Dämmerstunde, wo sich das Gute mit dem Bösen mischte".

Arthur Miller tritt ein für eine andere Welt, in der der Einzelne als solcher wahrgenommen wird, dadurch seine Würde behält, auch wenn er - wie Proctor und Elizabeth - dafür sein Leben lassen muss. Helden der Moderne? Was hindert uns, sie zu bewundern?

            

            Bilder vom Probenwochenende in Wieden und von einer Stellprobe (bitte anklicken):

 

            

           Bilder von den Aufführungen (bitte anklicken):