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Allgemeinbildendes Gymnasium mit sprachlichem,
naturwissenschaftlichem und künstlerischem Profil

 

Die Theater-AG der Oberstufe führt
„Die Ballade vom Nadelbaumkiller“
am 14. und 15. Januar 2007
im Kleinen Haus des Freiburger Theaters auf!

 
 

                        

Rebekka Kricheldorf

Die Ballade vom Nadelbaumkiller

 

Mit großem Schwung greift die mehrfach ausgezeichnete Dramatikerin darin ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema auf. Voller Sprachwitz nimmt sie den scheinbar unüberbrückbaren Konflikt zwischen der sogenannten Generation X oder auch Golf-Generation genannt, die sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen scheint und eine dubiose Verantwortungsscheu zeigt und der Babyboomer-Generation aufs Korn.

Jan, ein Schürzenjäger, der am liebsten sein zukünftiges Erbe verprasst und als Kind schon den Weihnachtsbaum abgefackelt hat, ist Opfer seiner Erziehung und sucht verzweifelt nach Grenzen. Vater Franz, Jahrgang 1940, ein ehemaliger Hippie, mittlerweile Chef einer gut gehenden Werbeagentur kann ihm diese nicht zeigen. Die erfolgreiche Unternehmerin Elvira, ehemalige Weggefährtin Franz`, hält ihre pragmatische Tochter Anna, ein Netzwerkkind des Jahrgangs 1985, für schrecklich konform.

Tine, Jahrgang 1980, und Rudolf, Jahrgang 1975, zwei mittellose aber begabte junge Menschen haben schon wegen ihrer Herkunft keine Chance vom Kuchen etwas abzubekommen. Während Tine, die wandelnde Handy-Werbetafel, längst kapiert hat, dass alle Schlachten geschlagen und alle Träume geträumt sind, klammert sich Rudolf noch an seinem Hilfsjob bei Jan fest.

Jans Prinzengehabe erinnert stark an Büchners melancholischen Leonce, der trotz aller Privilegien und Freiheiten müde ist und nichts Neues für sich mehr finden kann. Sein Diener Valerio muss wie Rudolf für alle Launen seines Herrn herhalten. Wird Rosetta nur als Mätresse benutzt, darf Leonce der Todesengel für die in den Tod verliebte Lena sein. Die Stimmung unterscheidet sich in den 170 Jahre auseinander liegenden Stücken wenig: In beiden wird überzeichnet, in beiden kann der Tod so mächtig sein, weil das Leben so ohnmächtig scheint.

Mit unserer Stückwahl wollen wir uns an der aktuellen Diskussion des „clash of generations“ beteiligen. Wir hoffen, dass wir mit den von uns vorgestellten Lebensentwürfen nicht nur Denkanstöße geben, sondern auch Mut machen, immer wieder über Erziehung neu nachzudenken.


 
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