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Allgemeinbildendes Gymnasium mit sprachlichem,
naturwissenschaftlichem und künstlerischem Profil

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Das Droste im Rückblick: 2007/08

Integration und Heimat
7. Internationaler Projekttag der UNESCO-Projektschulen

Der 7. Internationale Projekttag der UNESCO-Projektschulen am 25. April 2008 widmet sich dem Thema "Nebeneinander – Miteinander – Heimat finden. Wie viel Integration brauchen wir?" Die deutschen UNESCO-Projektschulen führen den Projekttag gemeinsam mit Partnerschulen im In- und Ausland und außerschulischen Kooperationspartnern durch.

Für die 190 UNESCO-Projektschulen in Deutschland ist "Integration und Heimat" ein Schwerpunktthema des Schuljahres. Mehr als 25.000 Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich damit im Unterricht, in fächerübergreifenden Projekten und Aktionswochen. Sie untersuchen Formen von Ausgrenzung und deren Ursachen und klären, wo im direkten Lebensumfeld eine Stärkung der Integration stattfinden soll, zum Beispiel im Umgang zwischen Menschen verschiedener Kulturen, Lebensstile, Hautfarben, Altersgruppen sowie mit Menschen mit Benachteiligungen oder Behinderungen. Die UNESCO-Projektschulen wollen dazu beitragen, eine Kultur der Toleranz, des gegenseitigen Verständnisses und des Miteinander zu schaffen. Bei dem Internationalen Projekttag am 25. April werden die Ergebnisse der Projekte und Aktivitäten im Internet und bei öffentlichen Veranstaltungen präsentiert.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Konzept der Heimat werden auch die Aspekte Natur und Umwelt in die Projekte einbezogen. Verbindungen zwischen den sozialen, ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten werden ergründet. Damit kommen Konzepte nachhaltiger Entwicklung ins Spiel und die Vielfalt kulturell geprägter Vorstellungen. Zentrales Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, Gestaltungskompetenz zu vermitteln. Entsprechend entwickeln die Schülerinnen und Schüler auch Handlungsoptionen und versuchen sie umzusetzen. Der 7. Internationale Projekttag der UNESCO-Projektschulen und die vorausgehende Projektarbeit wurden als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005 bis 2014) ausgezeichnet.

Die deutschen UNESCO-Projektschulen laden Schülerinnen und Schüler in allen Ländern dazu ein, sich an dem Internationalen Projekttag zu beteiligen und Geschichten zu Migration, Integration und Heimat zu schreiben. Sie werden von der Bundeskoordination auf der Website der UNESCO-Projektschulen www.ups-schulen.de veröffentlicht. Im Rahmen des Internationalen Projekttages arbeiten Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Projektschulen in Deutschland und in aller Welt an gemeinsamen Projekten zu einem Schwerpunktthema. Zahlreiche Schulen außerhalb des UNESCO-Schulnetzwerkes nehmen teil. Der Internationale Projekttag der UNESCO-Projektschulen ist aus einer Solidaritätsaktion am 26. April 1996 – zehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – hervorgegangen. Er findet seitdem alle zwei Jahre statt.

Freiburgs einzige unesco-projekt-schule, das Herdermer Droste-Hülshoff-Gymnasium, beteiligt sich mit Unterrichtsprojekten und einer Schulvollversammlung an der gemeinsamen Aktion der unesco-projekt-schulen zum 7. Internationalen Projekttag am 25.4.2008 unter dem Thema „Nebeneinander – Miteinander - Heimat finden: Wie viel Integration brauchen wir?“ Bei diesem Festakt wird auch Frau Bürgermeisterin Gerda Stuchlik anwesend sein.

Die baden-württembergischen ups-Schulen führen eine ganz besondere, gemeinsame Aktion durch: Am 25.4.2008 werden zeitgleich um 12:00 Uhr an allen 16 UNESCO-Schulen unseres Bundeslandes im Rahmen von Schulvollversammlungen die gleichen Texte zum Thema des Projekttages vorgetragen. Schülerinnen und Schüler der ROS 12 des DHG leisten dazu einen ganz besonderen Beitrag: Sie haben die landesweit vorgelesenen Texte selbst verfasst, die mehrere Tausend junger Menschen zur gleichen Zeit überall in Baden-Württemberg hören werden!

Nachdem seit den Osterferien das sanierte Hauptgebäude wieder genutzt werden kann, wird dieser neue Trakt im Rahmen dieser Veranstaltung offiziell eingeweiht.

In den letzten Wochen setzten sich Klassen aller Stufen mit den Themen „Heimat“ und „Integration“ auseinander. Sechstklässler gestalteten z.B. Foto-Geschichten zum Thema „Ausgrenzung“, elfte Klassen organisierten eine Weihnachtsfeier für Obdachlose im Ferdinand-Weiß-Haus. In der Mittelstufe werden andere unesco-projekt-schulen vorgestellt und vieles mehr. Die Ergebnisse stellen die Klassen in der Schule aus.

„Heimat finden“

Texte von Schülern der ROS 12 unserer Schule zum internationalen Projekttag der unesco-projekt-schulen zum Thema „Fremd sein – Heimat finden“

Fremd Sein

Stumme Worte um mich herum. Rauschen in meinem Ohr, unverstanden. Fühle mich wie in einem Strudel, verloren und untergehend in einer Menschenmenge. Ich laufe ziellos durch die Straße, keine Orientierung, kein Zuhause.
Verloren bin ich, verloren in düsteren Schatten meiner Gegenwart, in düsteren Schatten meiner Selbst, dunkles Ich. Entrissen meiner Heimat, zerrissen mein Herz, meine Identität. Es gibt hier nichts, was mich hält, fremd bin ich nur einer unter vielen, bedeutungslos.
Vertrieben haben sie mich, ja ... Ich musste fort. Weg, weg von meiner Familie, meinen Freunden. Verlassen hab ich sie, einfach so, nicht einmal Lebewohl konnte ich sagen. Stumme Tränen weinte ich auf der Flucht. Meine Heimat, die habe ich hinter mir gelassen, unfähig eine neue zu finden.

Hannah Bechtle


Der Weg zur Heimat führt über den Weg in die Fremde. Eine Heimat zu finden bedeutet, das „Fremd sein“ bei sich und in der Umgebung abzulegen.
Nur der, der einmal fremd war, kann eine Heimat finden.

Kevin Cappello


Was ist Heimat?

Vertraute Düfte wahrzunehmen und sich fallen lassen können. Das ist Heimat.
Anders angeschaut werden, die Kraft aufzubringen für jeden neuen Tag, das ist fremd, aber vielleicht auch von Nutzen.
Etwas Gesuchtes gefunden zu haben und sich ganz und gar wohl zu fühlen, das ist Heimat.
Einsame Tage umgeben von fremden Düften, das ist fremd.
Mit festem Boden unter den Füßen jeden Tag mit neuer Hoffnung zu erwachen, das ist Heimat.
Graue Farben zu sehen und orientierungslos umherlaufen, das ist fremd.
Ein persönliches, eigenes Heim, das ist Heimat.
Unsicher und immerzu nach etwas suchend, das ist fremd.

Tief sog sie den schweren Duft von staubigem Stroh und Rauch ein. Ein beruhigendes Gefühl überkam sie. Vertraut. Früher hatte sie es gehasst, immer neue Städte, immer ein neues Zuhause, das Wanderleben. Immer wieder fremd sein ...
Doch mit der Zeit gewöhnte sie sich daran, fand selbst Gefallen daran: neue Menschen, neue Sprachen und dann die Gerüche – jedes Land, jede Stadt, jedes Haus ein eigener Duft. Manches Mal wie Mandeln süß und nussig. Ein anderes Mal frisches Gras, belebende Natur, warmer Frühlingsregen. Und in jedem Duft ein Stückchen Heimat finden.

Luna Thomas

Heimat

Ein Ort
Vertraute Plätze
Ein Haus
Neu und dennoch
Das alte.

Eine Wiese
Mit frischem Gras und Blumen
In der Nähe
Ein Fluss
Ganz ruhig und plätschernd

Vertraute Stimmen
Lachen, Freude, Geborgenheit
Ein Freund
Sein Arm um dich gelegt
Schutz

Alte Erinnerungen
Voll Glück
Voll Schmerz und Trost
Vieles verändert
Doch eines bleibt:

Das Gefühl!
Zu Hause
Frieden und Freiheit
Heimat.
Ort der Heimkehr.

Helen Rist