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Allgemeinbildendes Gymnasium mit sprachlichem,
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Pfingsten 2008

Reise nach Wiwili/Nicaragua

 
 

Wir sind eine Gruppe von 10 Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 11-13. Wir werden Pfingsten 2008 für zwei Wochen nach Wiwili, Nicaragua, der Partnerstadt Freiburgs fahren. Diese liegt im Norden Nicaraguas. Zur Vorbereitung dieser Fahrt treffen wir uns seit Juni 2007 regelmäßig mit der Gruppe und verteilen Aufgaben, informieren uns über Nicaragua und besprechen Antragsmöglichkeiten. Daneben wird viel Freizeit geopfert um Anträge und Artikel zu schreiben, Recherchearbeiten zu erledigen, Kontakte zu knüpfen und privat bei Leuten zu arbeiten (Gartenarbeit, Kuchen backen und in der Schule verkaufen, handwerkliches...), um Geld für die Fahrt zusammen zu bekommen. Inzwischen lernen wir als Gruppe Spanisch und präsentieren uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

 

Unsere Reiseroute

Am 9. Mai um 19:00 Uhr werden wir in San Jose (Costa Rica) landen und am nächsten Tag die Weiterfahrt mit dem Bus nach Managua der Hauptstadt Nicaraguas. Am dritten Tag stehen Besichtigungen in Managua an. Unter anderem die Kathedrale und das Parlament. Dann geht es endlich nach Wiwili (eine Tagesfahrt), wo wir in der Finca Modelo leben werden. Dies ist ein Modellbauernhof, an dem Bauern der Umgebung unterrichtet werden, wie effektiver angebaut werden kann und welche Schritte für Bodenerhaltung und Umweltschutz nötig sind. Hier werden wir eine knappe Woche leben und in die Schulen gehen um mit den Kindern zu arbeiten. Angedacht sind Projekte wie Theater, Chor, Fußball und Zirkus. Außerdem werden wir hier die Projekte des Wiwili-Vereines und des Partner-Vereines ADEM kennen lernen. Am 10. Tag schließlich werden wir mit dem Bus nach Granada fahren und dort einiges besichtigen, wie zum Beispiel das casa de tres mundos. Danach geht es auch schon wieder zurück über San Jose nach Frankfurt , wo wir am 23. Mai eintreffen werden.

Die Workshops

Wir planen in der Zeit die wir in Wiwili verbringen neben dem kennen lernen der Projekte auch Workshops mit Kindern und Jugendlichen, die sonst nur Frontalunterricht kennen und keine Spielsachen haben. Im Moment denken wir über Theater, Chor, Fußball, Tanz und Zirkus Projekte nach. Wir versuchen Dinge mit den Kindern zu machen, die ihnen auch später noch möglich sind, also Spiele mit Materialien die billig oder selbst herzustellen sind. Für manche Workshops brauchen wir aber auch Materialien, die wir mitbringen und dalassen können, wie zum Beispiel Fußbälle.



Das Finanzielle

Eines der größten Hindernisse ist wie immer das Finanzielle. Für die meisten Familien stellen die Kosten eine nur schwer oder untragbare Belastung dar. Aus diesem Grund versuchen wir möglichst viele Gelder aus anderen Quellen zu erhalten. Wir arbeiten bei interessierten Leuten (z.B. im Garten) verkaufen Kuchen in der großen Pause der Schule oder UNESCO-Stifte auf dem Schulhock. Auch versuchen wir natürlich Unterstützungsgelder zu erhalten und schreiben zu diesem Zwecke Stiftungen und Organisationen an.



Geschichte Nicaraguas

Nicaragua wird 1821 unabhängig von Spanien, gehört dann kurzzeitig zu Mexiko um dann mit Guatemala, Honduras, El Salvador und Costa Rica zur Zentralamerikanischen Föderation zu werden. 1839 wird Nicaragua eine unabhängige Republik, bis William Walker 1855 mit Hilfe der USA an der Spitze einer Söldnertruppe das Land erobert und sich zum Präsidenten ernennt. Dieser wird 1856/57 durch eine gemeinsame Intervention der zentralamerikanischen Staaten. In den folgenden Jahren sind mehrere konservative Präsidenten an der Macht, bis 1893 die liberale Revolution unter José Santos Zelaya ausbricht, der in der Folge zum Präsidenten ernannt wird. !912 besetzen US-Truppen das Land und bleiben dort bis 1933. 1927 initiiert General Augusto César Sandino den ersten Guerilla-Krieg in Zentralamerika und erhebt sich somit gegen die USA, welche eine Nicaraguanische Truppe unter General Somoza einrichtet und sich 1933 aus Nicaragua zurückzieht. 1934 wird Sandino von der durch die USA gegründete Nationalgarde ermordet. Somoza beutete das Land in einer schrecklichen Diktatur aus. 1961 wird die FSLN („Frente Sandinista de Liberación Nacional“) gegründet welcher es durch Guerillakampf und Propaganda im Volk gelingt mit militärischen Mitteln und einem Volksaufstand Somoza zum Rücktritt zu zwingen und am 19. Juli 1979 die Macht zu übernehmen und ein demokratisches Nicaragua zu gründen. Nun hat die neue Regierung große Probleme: eine völlig am Boden liegenden Wirtschaft, Überfälle der von den USA unterstützten Contra und wenig Nahrung und Rohstoffe. Erst 1990, als überraschend nicht die FSLN die Wahl gewinnt wird die Contra entwaffnet.

Entstehung der Städtepartnerschaft Wiwili - Freiburg

Der Ursprung der besonderen Beziehungen zwischen Freiburg und Wiwili liegt im Jahr 1980. Damals begann der Freiburger Arzt Albrecht „Tonio“ Pflaum im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes am Aufbau einer medizinischen Versorgung für Wiwili mitzuarbeiten. Im April 1983 wurde er von der Contra ermordet.

Die so genannte „Contra“ ist eine Söldnertruppe, die von den USA finanziert und von Offizieren des 1979 durch einen Volksaufstand gestürzten Diktators Somoza befehligt wurden. Sie bildeten eine Terrorgruppe, die zivile Ziele angriffen, wie Gesundheitsposten, Kooperativen und Versorgungseinrichtungen um die Sandinistische Regierung zu schwächen.

 

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