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Annette - wer ist das?

<span ">Ein paar nicht ganz anständige Bemerkungen
zu einer bemerkenswerten Frau
anläßlich der 50-Jahr-Feier 1996
von Gertrud Rösch

"Willst du als Gattin deine Pflicht erfüllen, Schaff deinem Mann ein traulich schönes Heim. Und gehe stets voran mit gutem Willen, Sei immer seines Hauses Sonnenschein." Solche Aufforderungen richtete man im vergangenen Jahrhundert ganz selbstverständlich an die junge Ehefrau, sie entsprachen den Vorstellungen von der Bestimmung der Frau. Man war lieblich anzusehen, verfügte über etwas Bildung - nicht zuviel, damit der Mann und Ehemann sich nicht auf den Schlips getreten fühlte, wenn seine Frau mit Wissen glänzte, man erfüllte seine Pflichten als Ehefrau und Mutter. Ein junges Mädchen war sittsam, was immer man damals und wir heute darunter verstehen mochte und mögen. Es zeichnete sich aus durch Demut, Bescheidenheit, der Bereitschaft zur Unterwerfung unter die, als naturgegeben behauptete, männliche Dominanz und durch Naivität. Wenn hundert Jahre später eine Mädchenschule mit dem Namen einer Dichterin aus eben jener Zeit benannt wird, dann fragen wir Nachgeborenen uns, was es damit auf sich hat. War sie auch so, wie die Mehrzahl der Frauen zu sein hatte und wahrschein-lich auch war? Lebte sie auf den Tag hin, an dem der ihr bestimmte Gatte an der Tür auftauchte und ein zartes "mein Lieb" hauchte, wie uns die schmalzigen Romane des letzten Jahrhunderts glauben machen wollen? Wer ist diese Frau, deren Novelle "Die Judenbuche" wir immer noch als Lektürevorschlag im Lehrplan finden? Hier soll keine literarische Würdigung der Annette von Droste-Hülshoff geschehen. Dazu haben wir massenweise Literatur, an ihr haben sich Studenten, Assistenten und Professoren der Literaturwissen-schaft die Finger wundgeschrieben. Vielmehr interessiert der Mensch, interessiert aber auch das Motiv, unserer Schule den Namen dieser ungewöhnlichen Frau gegeben zu haben. Als Mädchen und Frau war Annette eine gelinde Katastrophe. Sie hatte eine heftige Natur und eine ausufernde Phantasie. Ihre Mutter, eine literarisch interessierte Frau, fürchtete manchmal, das Kind werde überschnappen. Das Temperament des jungen Mädchens täuschte darüber hinweg, daß Annette um ein Haar gar nicht überlebt hätte. Als sie im Januar 1797 zur Welt kam, war sie eine mickerige Frühgeburt, die ständig gewärmt, gefüttert und versorgt werden mußte. Ihre Amme Katharina Plettendorf schaffte es mit viel Mühe, dieses Würmchen aufzupäppeln. Aber in dem zarten Körper, der auch in den Folgejahren immer kränkelt, wohnt ein leben-diger, intelligenter und stets zum Widerspruch neigender Geist. Kann man sich vorstellen, was es für ein junges Mädchen heißt, nach außen die Sittsame zu spielen und innen ganz anders zu fühlen? Ich stelle mir vor, wie Annette unter den jungen Leuten, mit denen sie bei der Stiefgroßmutter von Haxthausen in Bökendorf zusammentrifft, sich bewegt. Man spielt Gesellschaftsspiele mit den zahllosen Cousins und Cousinen, von denen es 14 gegeben hat, dazu deren Freunde, man diskutiert über alle Fragen des Lebens und Annette mitten unter ihnen. Hier kann sie ihre wache Intelligenz zeigen. Aber ist das erwünscht? Wilhelm Grimm, der auch zum Kreis gehört und mit seinem Bruder Jacob schon Bücher veröffentlicht hat, fühlt sich irritiert von dieser jungen Göre. Er ist pikiert über ihre Respektlosigkeit ihm gegenüber und versucht ihre Überheblichkeit zu dämpfen. Was nutzt es - sie verspottet ihn nur. Doch neben dieser selbstbewußten Überheblichkeit steht das Bewußtsein, nicht dazu zu gehören. Sie dichtet:

Und dann sind da noch die Gefühle, die ein junges Mädchen ganz natürlich entwickelt, wenn es einen netten jungen Mann trifft. Heute besingt ein Schlager die "Schmetterlinge im Bauch", damals fühlte man genauso. Oder etwa nicht? Annette gerät in eine schwierige, geradezu ausweglose Situation zwischen zwei junge Männer: Heinrich Sträube, der sich das Aussehen und das Gehabe eines jungen geniali-schen Dichters gibt, und August von Arnswald, der ihr den Kopf verdreht. Immerhin ist Annette da schon 23 Jahre alt, aber so naiv, daß sie die Intrige, die dabei mitspielt, nicht durchschaut. Armes Mädchen! Wir werden nie erfahren, wie sich die Affäre wirklich abgespielt hat, aber sie schließt Annette von Droste-Hülshoff aus dem Kreis der Freunde aus. Ein Brief an die Verwandtschaft und die Familie enthüllt die angebliche Gefühllosigkeit, ihre Kälte und Koketterie. Ganz klar, daß so eine nicht zum Kreise der jungen Adligen paßt, ganz zu schweigen von einer standesgemäßen Ehe. Annette zieht sich für Jahre schweigend zurück. Doch ihre Dichtung bleibt ihr und mag ihr auch eine Stütze gewesen sein in ihrer großen Verunsicherung. Sie wendet sich geistlichen Themen zu, aber ihre Stärke entfaltet sich in ihrer Naturdichtung. Dabei spielt die westfälische Landschaft eine herausragende Rolle. Schloß Hülshoff und später Rüschhaus, wo sie mit der verwitweten Mutter lebt, sind zusammen mit dem Münsterland Motiv und Gegenstand ihrer Dichtungen. Hier fühlt sie sich geborgen und ange-nommen. Die Natur ist für sie Spiegel und Gegen-bild ihrer Gefühle. Doch was ist mit dem Menschen Annette? Als unverheiratete Frau, die zudem noch dichtet, hat sie keine Lobby, würden wir heute sagen. So schreibt sie für die Schublade und für den einen oder anderen, der ihre Dichtungen zu schätzen weiß. Einer ist es ganz besonders, der Sohn ihrer früh verstorbenen Freundin Katharine Schücking, geborene Busch, Levin Schücking. Ihm, dem sehr viel Jüngeren, fühlt sie sich seelenverwandt, er sieht in ihr die Freundin, den Freund, die Mutter, die Schwester. Was sieht sie in ihm? Die Gesellschaft ist schnell bei der Hand mit Verurteilung, mit Klatsch und Tratsch. Als Annette im September 1841 zu der mit dem Freiherrn von Laßberg verheirateten Schwester Jenny nach Schloß Meersburg am Bodensee reist, kommt wenige Wochen später auch Levin Schücking dorthin. Seine Anwesenheit wird recht diskret behandelt, trotzdem weiß bald ganz Münster davon und betrachtet es als verabredetes Rendezvous. Auch in dieser Angelegenheit können wir heute keine Klarheit mehr gewin-nen, ich halte es auch für unerheblich. Was täten wir Heutigen wohl? Wahrscheinlich lüde man Frau von Droste-Hülshoff zu einer Talk-Show ein, vielleicht gemeinsam mit dem jungen Mann, und befragte sie zu ihrer Beziehung. Die Verbindung der beiden ist nicht von Dauer, im April 1842 verläßt Schücking die Meersburg, und damit trennt er sich auch von seiner Freundin. Aller-dings schreiben sie sich noch einige Jahre Briefe, bis es 1846 zum Bruch zwischen ihnen kommt. Und nun beginnt die große Wirkung der Droste nach außen. Im gleichen Jahre erscheint ihre Novelle "Die Judenbuche" bei Cotta und macht sie auf einen Schlag berühmt, verhilft auch den anderen Dichtungen zum Erfolg und ... macht die Dichterin zu einer wohlhabenden Frau. Denn auch das muß man bei Annette von Droste-Hülshoff sehen: sie hat nie Geld gehabt. Das väterliche Erbe geht zum größten Teil an den Bruder Werner, der auf Hülshoff lebt. Annette und die Mutter bescheiden sich mit einer kleinen Pension und dem Witwensitz Rüschhaus. Doch lange kann sie sich am neu erworbenen Wohlstand nicht erfreuen, denn am 24. Mai 1848 stirbt sie in Meersburg und wird auch dort begraben.

Als 1948 unserer Schule der Name Droste-Hülshoff gegeben wird - übrigens ohne Lehrer und Schüler zu fragen -, hat man sicher zuerst an die räumliche Nähe Freiburgs zum Bodensee gedacht. Aber Annette von Droste-Hülshoff ist eine Westfälin aus dem Münsterland, einer Landschaft, die einen Menschenschlag von herbem Gemüt, Verschlossenheit und oft dunkler Schwermut hervorgebracht hat. Dann bedachte man wohl auch, daß es einer Mädchenschule wohl anstehe, wenn sie den Namen einer Dichterin trüge. Doch wenn ich zurückdenke an die gesellschaftlichen Konventionen der Jahre nach dem Kriege, zweifle ich, ob die geistige Unabhängigkeit dieser ungewöhnlichen Frau, ihr Wunsch, wie ein Mann leben zu können, zu reisen, Abenteuer zu erleben, unabhängig zu sein, bei der Namensgebung mitbedacht wurde und mit ihr der Wunsch einherging, die Schülerinnen dieses Gymnasiums möchten einmal die Träume der Annette von Droste-Hülshoff verwirklichen. Sie haben es zum größeren Teil getan, nicht weil sie aus einer Schule mit diesem Namen gekommen sind, sondern weil die Zeit sich gewandelt hat.