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"Schlichten
statt strafen" - Streitschlichtung am Droste |
Was
sehen Sie / was siehst du auf der Abbildung, dem Logo der
Streitschlichter am Droste? Natürlich einen
Pokal oder eine Vase? Stimmt! Oder ganz klar zwei Gesichter
im Profil, die einander ansehen? Stimmt auch! Dass es bei
diesem Kippbild ganz unsinnig wäre darüber zu streiten,
was es „eigentlich" darstellt, leuchtet sofort
ein.
Anders
vielleicht bei alltäglichen Streitigkeiten wie
dieser: In der Fünf- Minuten-Pause rollt ein Füller
vom Tisch auf den Boden des Klassenzimmers, jemand tritt
darauf, es knackt. „Du Blödmann, du hast meinen
Füller kaputtgemacht!" „Wenn der auch auf
dem Boden liegt. Den konnte ich doch nicht sehen." „Das
hast du extra gemacht! Tu doch nicht so! So was macht dir
doch Spaß!" Nach dem verbalen Schlagabtausch kommt
es zu einem Gerangel, zuletzt blutet eine Nase. Inzwischen
hat es längst zur Stunde gegongt und der hereinkommende
Lehrer erhält die undankbare Aufgabe, die Streitenden
auseinander zu bringen, den „Schuldigen" festzustellen
und Unterricht möglich zu machen. Ob das, was dann unter
Zeitdruck entschieden wird, „gerecht" ist und
zu einer befriedigenden Konfliktlösung führt?
Seit
einigen Jahren gibt es am Droste Schülerinnen
und Schüler, die dafür ausgebildet sind, nach der
Devise „schlichten statt strafen" mit den Streitenden
nach einer Lösung zu suchen, die beide Parteien zufrieden
stellt. Wie soll das funktionieren? Die Streitschlichter
sind keine Schiedsrichter, sie suchen keinen Schuldigen und
verteilen keine Strafen, sondern sie sind darin trainiert,
den Streitenden genau zuzuhören und anschließend
gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen, um den
Konflikt einvernehmlich zu beenden. Dafür müssen
sie sich unparteiisch verhalten, verschwiegen sein und sich
in die Streitenden hineinversetzen und sie verstehen können.
Das haben sie in einer intensiven Übungsphase gelernt.
Damit eine Streitschlichtung Sinn macht, müssen die
Streitenden bereit sein, sich an Regeln zu halten. Dazu gehört:
den anderen ausreden zu lassen und auf Beschimpfungen und
Tätlichkeiten zu verzichten. Wenn eine Einigung zustande
kommt, wird sie schriftlich festgehalten, es wird also eine
Art Vertrag geschlossen.
Das
Konzept, Schüler als Streitschlichter einzusetzen,
wird seit Jahren an vielen Schulen mit Erfolg umgesetzt,
am Droste gibt es zur Zeit 11 ausgebildete Streitschlichterinnen
und Streitschlichter. Wie und wo findet man sie, wenn es
Streit gibt: Im Sekretariat haben Frau Gebauer bzw. Frau
Engelhardt die Stundenpläne der Streitschlichter/innen.
Vor allem Frau Fehrle und Frau
Bürger können bei
der Suche nach einem Schlichter helfen.
Die bisherigen
Erfahrungen mit der „Streitschlichtung
am Droste" haben gezeigt, dass die Schlichter erfolgreich
arbeiten, wenn sie angesprochen werden. Es lohnt sich also
hinzugehen, auch wenn man hinterher nicht weiß, wer
bei dem Konflikt nun „schuldig" bzw. „unschuldig" war.
Lotte Fehrle 
Aus
dem Schulleben
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