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Das Droste im Rückblick: 2000/01

Theater am Droste

WHAT A WONDERFUL WORLD

Eine Soapopera (Eigenproduktion)

    
Die Theater-AG der Klassen 6-8 führte am 24. und 25. Mai mit großem Erfolg ihr selbstentwickeltes Theaterstück auf.
Vor und nach der Vorstellung sorgten Eltern bestens für die Bewirtung der Gäste.

Es geht in dem Stück um Liebe und Freundschaft, um Konkurrenz, Schulstress, Träume und um vieles mehr.
Es wird gespielt, getanzt und gesungen - das Orchester liefert die Livemusik dazu.

 

Angelika Birner


  Bilder von der Aufführung
   Bericht über die Theater-AG (Unterstufe)

 

  Gaby Roscher-Thomeé:

"What a wonderful world..."

Eine Kloriosität

Die Kindheit haben sie fast hinter sich. Schon sind es die erwachenden Triebe, die die Pubertierenden Zerreißproben aussetzen. Dass mehr hinter dieser Nahtstelle Kinderwelt - Erwachsenenwelt steckt, zeigte die Unter- und Mittelstufen- Theater- AG des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in ihrer Eigenproduktion "What a wonderful world'' vor den Pfingstferien.

Wenige rudimentäre szenische Textvorgaben dienten als Anstoß für Diskussionen, Handlungsstränge und thematische Schwerpunkte, um die monatelang improvisiert wurde und die dann zu Szenen fixiert wurden. Dass dieser Prozess bis wenige Stunden vor der Premiere angehalten hatte, zeigte Sandra, die motorradbegeisterte Schülerin, die mit unübersehbaren Blessuren die Bühne betrat und von ihrer mißglückten Motoradtour mit ihrem Cousin berichtete: keine Schminke, echt, nämlich von einem Unfall kurz vor der Generalprobe, der die Premiere zu kippen drohte. Die Gratwanderung zwischen realem Alltag und Bühnengeschehen galt es in dem Stück auszubalancieren.

Auf dem Schulweg gleich zu Beginn vor gekonnter Graffiti-Kulisse (8b mit Gaby Gebele) treffen die unterschiedlichsten Schülertypen aufeinander; da werden Vokabeln, gebetsmühlenartig heruntergeleiert, der Netzbau der Kreuzspinne ohne Vorstellungsvermögen gepaukt. Doch da wird auch das zurückliegende Wochenende lebendig: "Und dann kam Musik und dann hat er mich aufgefordert" haucht Roswitha mit verklärtem Blick.

Auch Angie hat es erwischt. Wie in Trance beschreibt sie ihren Harald. Doch sie ist nicht die einzige. Auch Daniela haben es die braunen Haare mit grüner Haarsträhne von Super-Harald angetan. Im Toilettenvorraum, dem zentralen Kommunikationsort der Schulkids, werden nicht nur unerfahrene Mädchen wie Angie und Daniela in die geheime Kunst des Küssens eingeführt, hier wird auch knallhart mit Referaten gehandelt. Punk Bohne bietet alles, z.B. Geschichtsreferate mit, aber auch ohne Fehler. Kunde Timo sind die Kopffhörer schon an den Ohrmuscheln festgewachsen. Setzt er sie ab, fühlt er sich amputiert. Der schüchtern verklemmte Computerfreak Tommy mit enormen Kommunikationsproblemen startet als Darth Vader seinen intergalaktischen Toilettenfeldzug.

Nur der genervte Schülerzeitungsredakteur Andi zeigt wenig Interesse für das Schicksal der Jedi Ritter, er versucht sich für die Schule zu engagieren, erntet jedoch nur Unverständnis bei seinen Mitschülern für seinen "selbstverschuldeten Stress''. Wenig Erfreuliches hat auch die Putzfrau zu erwarten, ein herrlicher running gag, der nicht nur der Szenenabfolge diente. Dass die "Soap Opera" eben doch keine leichte Bühnenkost ist, auch nicht nur ein verrückt-verquirltes Menü verschiedener Schülerspezies, zeigte die Szene als Tina Sandra ihre Flucht aus dem Elternhaus schildert: " Er steht auf, packt mich Am Pullover, äh, diese Bierfahne zum Kotzen. Er schlägt mich...." Spätestens hier macht unausweichliche Authenzität der Spielerinnen den Zuschauer betroffen. Diese Brocken werden nicht so schnell verdaut, auch wenn eine gute Freundin in der schlimmsten Not zu helfen vermag.

Angelika Birner und Annette Paulsen haben gezeigt, was Schultheater sein kann: Erfahrungen mit Gefühl und Verstand, Phantasie- und Körpersprache. Kein Kraftakt, der die Jungen Akteure überfordert hätte, sondern ein Seiltanz mit Netz und doppeltem Boden. Das Orchester unter der Leitung von Eleonore Jahnke setzte mit dem Song "I just call to say I love you " einen Ohrwurm. Die Idee, die im Original elektronisch arrangierten Musiktitel auf klassische Orchesterinstrumente zu übertragen, kam glänzend an.

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Angelika Birner:


Über die Arbeit der Theater AG Unterstufe


Die Unterstufen AG bietet Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 - 8 Gelegenheit ihr Talent zum Theaterspielen auszuprobieren. Wir spielen, improvisieren Szenen und machen Bewegungstraining zur Erweiterungen des eigenen Ausdrucksvermögens.
Nicht das Spielen nach Textvorlagen, sondern das Spiel mit den eigenen Möglichkeiten, das spielerische Umsetzen eigener Ideen und das Kennenlernen unterschiedlicher Theatertechniken stehen im Vordergrund.
Theater kann so die Möglichkeit bieten, sich "frei" zu spielen, sich in neuen Rollen auszuprobieren oder auch einfach nur mal zu lachen - mit anderen, oder über sich selbst.
Sobald wir anfangen eine Präsentation vorzubereiten, ist verbindliche Teilnahme erforderlich, jeder muss sich auf den anderen verlassen können in der Gruppe und im Spiel.
Die Arbeit hat jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. 1998 war bestimmt vom Bau und Spiel mit Masken. Dies mündete in Zusammenarbeit mit der Oberstufen AG in einer Inszenierung des "Sommernachtsraums" . 1999 stand unter dem Schwerpunkt Clowning und Bewegungstheater. Die Ergebnisse dieser Arbeit waren eine Szenencollage mit dem Titel "O Sole Mio" und eine eigene szenische Interpretation der Kantate "Gockel Rag" von Michael Hurd (gesungen vom Unterstufenchor des DHG).
In diesem Schuljahr haben wir nach einem breitgefächerten Improvisationstraining ein eigenes Stück mit dem Titel " What a Wonderful World" erarbeitet. Es führt mit viel Humor und "Insiderwissen" durch eine Woche Schulleben mit all seinen dramatischen Themen von A wie Angst vor Mathearbeiten bis Z wie Zigarettenkippen und zeigt, was in der Schule wirklich wichtig ist:


"Don't know much about History
Don't know much Biology
Don't know much about my Science book
Don't know much about the French I took But I know that 1 and 1 is 2
And I know that if you love me too
What a wonderful world this could be…." (Song von Sam Cooke)

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